21.09.2026 - WGP tauft Wohnquartier in Copitz zum „Wiesenquartier“
Die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna mbH (WGP) hat ihrem Wohnquartier am Robert-Klett-Ring und an der Walter-Richter-Straße im Westen des Pirnaer Stadtteils Copitz den Namen „Wiesenquartier“ gegeben. Der Name erinnert an die Wiesen und Felder, die sich vor dem Bau des Wohngebietes Anfang der 1980er-Jahre an dieser Stelle befanden.
Rund 200 Wohnungen gehören heute zum Wiesenquartier. Nach der umfassenden Sanierung der Gebäude in den 1990er-Jahren hat die WGP das Quartier kontinuierlich weiterentwickelt und in die Wohn- und Aufenthaltsqualität investiert. Neue Wege und Parkplätze sowie ein Spielplatz wurden geschaffen. Die Straßen im Quartier sind als Anwohnerstraßen angelegt und vom Durchgangsverkehr freigehalten.
Großflächiges Wandbild greift Geschichte des Ortes auf
Ein besonderes Zeichen setzt die WGP mit einem großflächigen Wandbild an den beiden über Eck stehenden Giebeln der Häuser Robert-Klett-Ring 1 und Walter-Richter-Straße 7. Die Fassadengestaltung wurde von dem Unternehmen „Fassadengestaltung Dresden“ umgesetzt. Im Zuge der in diesem Jahr abgeschlossenen Fassadensanierung entstand ein rund um die Themen Wiese und Natur gestaltetes Motiv, das die Geschichte des Standortes aufgreift und die frühere Landschaft künstlerisch wieder sichtbar macht:
Eine weitläufige Wiesen- und Teichlandschaft mit Gräsern, Wildblumen und Bäumen bildet den Hintergrund. Zahlreiche Tiere bevölkern die Szenerie: Ein Grünspecht sitzt auf einem moosbewachsenen Ast, darüber sind Vögel im Flug zu sehen. Bienen, eine Schnecke, Heuschrecke, Spinne, Schmetterlinge und eine Maus ergänzen die Darstellung. Die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt verweist auf die natürliche Prägung des Gebietes vor der Entstehung des Wohnquartiers.
Damit verbindet das Wandbild die Geschichte des Standortes mit seiner heutigen Nutzung. Aus den ehemaligen Wiesen und Feldern ist ein Wohnquartier geworden, in dem die Natur weiterhin einen sichtbaren Platz einnimmt.
Gedenken an den Ornithologen Gerhard Creutz
Das Wandbild erinnert zugleich an den Copitzer Gerhard Creutz, dem eine in die Gestaltung integrierte Gedenktafel gewidmet ist. Die Darstellung der heimischen Vogelwelt stellt dabei eine direkte Verbindung zu seinem Lebenswerk her.
Gerhard Creutz wurde als Sohn eines Pirnaer Druckereibesitzers geboren. 1933 schloss er eine Lehrerausbildung am Pädagogischen Institut der Technischen Hochschule Dresden ab. Von 1945 bis 1952 war er Lehrer in Pillnitz. 1951 gründete er die Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz in Dresden, die er bis 1953 leitete.
1958 war er maßgeblich an der Gründung des Naturwissenschaftlichen Arbeitskreises Oberlausitz im Kulturbund beteiligt. Von 1953 bis 1971 leitete er die Vogelschutzstation Neschwitz und deren Nachfolgeeinrichtung.
Creutz war Verfasser zahlreicher Bücher und Veröffentlichungen zur Vogelkunde und unter anderem Mitarbeiter an der Neuen Brehm-Bücherei. Sein langjähriges Engagement für die Ornithologie und den Vogelschutz macht die Erinnerung an ihn zu einem passenden Bestandteil des neuen Wiesenquartiers.
Auch die Familie Creutz ist eng mit Copitz verbunden. Zur Familiengeschichte gehören eine Druckerei sowie ein ehemaliges Schreibwarengeschäft an der Hauptstraße. Die Gedenktafel am Wiesenquartier stellt damit zugleich einen Bezug zur Geschichte des Stadtteils her.
Weitere Investitionen in das Wiesenquartier
Die Entwicklung des Wiesenquartiers wird fortgesetzt. 2026 wurde entlang der Walter-Richter-Straße im Bereich der Hausnummern 15–19 eine neue Vogelschutzhecke gepflanzt. Sie ergänzt die naturnahe Gestaltung des Wohnumfeldes. An der Walter-Richter-Straße 15 steht außerdem eine Elektroladestation für PKW zur Verfügung.
Für 2027 ist die Fassadensanierung der Häuser Walter-Richter-Straße 9–19 vorgesehen. Damit setzt die WGP die schrittweise Sanierung und Aufwertung des Quartiers fort.
Mit dem Namen „Wiesenquartier“ erhält der Wohnstandort nun auch offiziell eine Bezeichnung, die seine Geschichte aufgreift und gleichzeitig den heutigen Charakter des Quartiers widerspiegelt: Wohnen, Wohnumfeld und Natur sollen hier miteinander verbunden sein.
